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(04.09.2010) www.wm-muenster.de > Verein > Geschichte
Geschichte
Die Geschichte der WERKGEMEINSCHAFT MUSIK IM BISTUM MÜNSTER e. V. fängt schon lange
vor der Vereinsgründung im Mai 2005 an. Die folgenden Absätze geben einen kleinen
Einblick in die Geschichte.
Jugendburg Gemen
Am 20. Oktober 1946 wurde die Jugendburg Gemen als Jugendbildungsstätte
des Bistums Münster eingeweiht. Auf Anregung und Betreiben des wenige Monate
zuvor verstorbenen Bischofs von Münster, Clemens August Kardinal von Galen, pachtete
das Bistum die wunderschöne alte Wasserburg für 99 Jahre von dem Grafen Landsberg-Velen,
dessen Titel nach altem Adelsrecht an den Besitz der Burg gebunden ist.
Die ersten Jahrzehnte
Neben einigen anderen Gruppen hat sich vor allem die "Werkgemeinschaft Lied und Musik"
(heute "Werkgemeinschaft Musik") in besonderer Weise um das Tanzen in der Jugendarbeit
des Bistums bemüht. Schon im ersten Monat nach der Einweihung findet man im Programm
der Bildungsstätte die Einladung zu einem einwöchigen "Kurs für Geselligkeit für
Jungmänner und Jungfrauen". In der Folge tauchte bis zum Ende der sechziger Jahre
der Begriff "Geselligkeit" regelmäßig immer wieder in den Kursplänen der Jugendburg
auf. Gemeint war damit ein Zusammenspiel von Singen und instrumentellem Musizieren, Spielen
und darstellerischem Gestalten und dem Tanzen in größeren Gemeinschaften von etwas 40
bis 140 Personen. Dieser "musische Dreiklang" beherrschte inhaltlich mit unterschiedlichen
Schwerpunkten alle Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen der Werkgemeinschaft wie
"Formen guter Geselligkeit", "Arbeitskreis: Neue Geselligkeit", "Musische Werktage",
"Familien-Ferienfreizeiten", "Ferienfreizeiten: Singen - Spielen - Tanzen", "Chor- und
Instrumentalwochen", "Weihnachtliches Singen und Musizieren", "Flöten- und Lautenspiel", u. ä.
Die Inhalte des Tanzens knüpften zunächst an Volkstänzen und Brauchtum der Jugendbewegung
und der Zeit vor dem Nationalsozialismus an. Durch das Bedürfnis und den politischen
Willen zur Verständigung, Kennenlernen und möglichst Freundschaft mit den
europäischen Nachbarn mischten sich bald skandinavische, französische, englisch-amerikanische,
südosteuropäische und israelische Tänze in das Programm, die von der Jugend und von
Tanzleitern und Lehrern mit großer Bereitschaft angenommen wurden. Diese
tänzerischen Akzente auf der Jugendburg wurden damals von Hildegard Sandhage und
Cläre Faßbender gesetzt.
Weiterentwicklung zum heutigen Kursangebot
Die 68er-Bewegung wirkte sich auch deutlich auf die Arbeit der Werkgemeinschaft
aus. Wesentliche Bereiche des bislang unangefochtenen tragenden Kulturgutes wurden
unter veränderter Wertung kompromisslos hinterfragt und in großen Teilen von der
Jugend unbekümmert fallengelassen. In Gemen wirkte sich das besonders auf das
bis dahin gepflegte Liedgut , auf das Gruppenverständnis und den Stil von
Gemeinsamkeit aus. "Volkstümliches" Singen, fest vorgegebene Spielstrukturen und
brauchtümliches Tanzen um der Tradition willen waren nicht mehr gefragt.
Der "musische Dreiklang" trat mehr und mehr in den Hintergrund zugunsten einer
zunehmenden Spezialisierung, verpflichtende Gemeinschaftlichkeit um jeden Preis wich
zurück und ließ neigungsorientiertem Leistungswillen mehr Raum. Die Breitenarbeit
wurde ergänzt duch aufbauende Fachlehrgänge.
Im Bereich des Tanzens wurde der Neuaufbruch durch neue Kursbezeichnungen deutlich.
Unter dem Oberthema "Internationale Folkloretänze" nannte man die auf Breitenarbeit
zielenden Lehrgänge "Treffpunkt Tanz". Sie wurden mit eigenen Referenten ausgeschrieben
und fanden wieder ein gutes Echo. Erfahrenen Tanzleitern, Fachlehrern und fortgeschrittenen
Tänzern bot man aufbauend in der Veranstaltungsreihe "Arbeitskreis Tanz" konkret
thematisierte Arbeitshilfen mit methodischen oder regionalen Schwerpunkten an wie etwa
"Tänze aus Israel", "Amerikanische Tänze", "Bewegungserziehung Tanz", "Jazz Dance",
"Tanzen mit Kindern in der Primarstufe", "Choreographie von Folkloretänzern für Vorführungen",
"Süddeutsche Tänze" u. a. Diese Wochenendlehrgänge wurden mit fachlich kompetenten und
methodisch erfahrenen und geschickten Spitzenreferenten aus dem In- und Ausland durchgeführt.
Auch dieses Konzept wurde durch hohe Teilnehmerzahlen bestätigt.
Aus einer Veranstaltungsreihe "Square Dance" mit Beginn im Jahr 1984 entwickelten sich die
Gemener Burgtänzer.
Eine Konstante ist seit vielen Jahrzehnten die "Chor- und Instrumentalwoche", sie wurde 2001
zum 50. Mal durchgeführt. Sie ist jährlich der Höhepunkt der Veranstaltungen der
Werkgemeinschaft Musik auf der Jugendburg
Gemen. Die meistens über 100 Teilnehmer erarbeiten in einer Woche Chor- und Orchesterstücke und
führen sie zum Abschluß im Rahmen einer Messe und eines Konzertes auf.
Der alte "musische Dreiklang" lebt in der Veranstaltung "Singen - Spielen - Tanzen"
weiter, die sehr gerne von Familien mit Kindern besucht wird.
Organisation
In den letzten Jahrzehnten wurden die Veranstaltungen der Werkgemeinschaft
Musik im Bistum Münster von engagierten Mitgliedern der Werkgemeinschaft Musik e. V. in
Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Jugendamt organisiert. Das bischöfliche Jugendamt
hat sich dabei u. a. um die Anmeldungen zu den Veranstaltungen gekümmert und den Druck und Versand
der Jahresprogramme vorgenommen. Im Jahr 2004 wurde die Zusammenarbeit vom bischöflichen
Jugendamt beendet. Dies führte dazu, dass im Mai 2005 ein eigener Verein
gegründet wurde, um so auch weiterhin Veranstaltungen der Werkgemeinschaft in Gemen
anbieten zu können.
Anfang 2007 hatten wir ca. 35 Einzelmitglieder und ca. 20 Familienmitgliedschaften
(mit zusammen ca. 65 Familienmitgliedern). Besonders freuen wir uns auch darüber,
dass das BDKJ Diözese Münster und die Werkgemeinschaft Musik e. V. auf
Bundesebene bei uns Mitglied sind. Als Zeichen der gegenseitigen Anerkennung sind
wir auch Mitglied bei der Werkgemeinschaft Musik e. V. auf Bundesebene.
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